Santorini –  Σαντορίνη

Santorini ist ein überschaubares, ringförmig angeordnetes Archipel im ägäischen Meer. Gegenüber der sichelförmigen Hauptinsel Thira liegt das kleinere Eiland Thirasia. Zusammen mit dem unscheinbaren Felsen Aspronisi, der sich als winziger Punkt auf der lückenhaften Kreislinie zeigt, umringen sie Nea Kameni und Palea Kameni. Ihre Ufer sind von schmalen Streifen türkis schimmernder Wellen umspült. Gemeinsam wirken die fünf Inseln wie Bruchstücke eines zerrissenen Berges, dessen Spitze weggepustet wurde. Sie ragen aus der dunkelblauen See wie die Gipfel eines Felsmassivs aus ihrer Wolkendecke.

Ein besonders beeindruckendes Erlebnis bietet die Ankunft mit der Fähre. Es ist eine Bootsfahrt in das Zentrum eines besiedelten Vulkans, einer Caldera. Der Weg zum Hafen Athinos führt an steil aufragenden, dreihundert Meter hohen Kraterwänden entlang. An den oberen Klippenrändern strahlen wie Schnee kalkweiße Flächen einzelner Ortschaften. Der ursprüngliche Seefahrerort Apano Meria, das heutige Künstlerdorf Oia, breitet sich auf der Nordspitze Thiras aus.

Teile des Ortes sind in den Felsen hineingebaut. Der Blick auf die traditionellen Höhlenwohnungen lädt zum Träumen ein und inspiriert.

In Santorinis Gassen sind häufig Zeichner, Maler und Fotografen anzutreffen. Ihre Werke zeigen die ineinander verschachtelten Häuser, Gassen und Treppengänge. Die Mauern hüllen sich in Weiß unterschiedlichster Schattierungen. Einige vom Regen verwaschene Stellen zeigen sich im dreckigen Weiß-Grau. Die hell gebliebenen Flächen fangen selbst im Schatten das Sonnenlicht ein. Unterbrochen wird das allgegenwärtige Weiß durch ein klares Dunkelblau der Kapellenkuppeln. Die wenigen blauen Farbtupfer stehen im Einklang mit dem tiefen Blau des Meerwassers und der im Hintergrund grau-blau aufragenden Kraterwände. Die Bilder laden ein, Santorini zu erleben.

[ Wolfgang Lessat 4.11.2014 ]